Wie wichtig ist Erfolg wirklich?

Kernaussage: Inzwischen habe ich beim Thema Erfolg das Push-Prinzip durch das Pull-Prinzip abgelöst.

Früher musste ich Erfolg haben

Früher musste ich Erfolg haben. Ich wollte auf meinem Gebiet immer besser sein als der Wettbewerb, immer der Erste sein. Dabei ging es nicht um Geld oder Karriere. Nein, Erfolg verschaffte mir Anerkennung. Darauf kam es für mich an. Der Respekt, das Schulterklopfen dafür, dass ich mal wieder erfolgreicher war als alle anderen.

Im Rückblick würde ich zu mancher Lebensentscheidung sagen: Ich war ein Getriebener. Die Aussicht, noch mehr Erfolg zu haben, versperrte mir den Blick auf andere Dinge, die zählen.

Darauf bin ich nicht stolz, denn eine reine Erfolgsorientierung bringt viele Nachteile mit sich. Sie lässt die Familie leiden, die Freunde und letztlich auch die eigene Zufriedenheit. Die Freude am Leben, das Glück der kleinen Dinge – das geht verloren, wenn ich ausschließlich nach dem nächsten Deal schiele. Ich gehe noch weiter und sage: Erfolgsgier macht krank.

Leben in Balance

Heute ordne ich das Thema ein. Ja, Erfolg bleibt wichtig! Aber wenn er das Wichtigste im Leben ist, dann hat unser Wertekompass seine Ausrichtung verloren. Viel mehr Bedeutung als Erfolg hat eine gute Beziehung zu meiner Frau, meinen Kindern, zu Freunden. Wichtiger ist Dankbarkeit für das, was ich habe, als ewige Unzufriedenheit darüber, was ich nicht habe.

Mehr Bedeutung hat auch ein ausbalanciertes Leben, das mich vor einer einseitigen Ausrichtung auf berufliche Ziele bewahrt. Wie viel Energie wende ich für die Gesundheit auf? Und welche Rolle spielt die Sinnsuche, etwa die Frage nach Gott? So etwas kann man im Erfolgsrausch lange verdrängen, doch es holt einen irgendwann ein. Und dann schmeckt der Champagner, den man sich nach einem Etappenziel auf der Karriereleiter ausgeschenkt hat, plötzlich schal.

Gelassen Erfolg genießen

In anderen Worten: Früher musste ich Erfolg haben, heute darf ich Erfolg haben. Und ich genieße ihn unverbissen in einer großen Gelassenheit. Heute frage ich viel intensiver, ob meine nächsten Ziele in Einklang stehen mit meinen Werten.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Führungskräftebefragung der Wertekommission.

Wissen Sie, wann ein Wert ein wahrer Wert ist? Wenn er in Drucksituationen vordergründig einen Nachteil für mich bringt. Ich erinnere mich an einen Geschäftspartner, der einen Großauftrag nur unterzeichnen wollte, wenn wir ihm dafür diskret eine Urlaubsreise finanzieren. Wir haben dieses korrupte Verhalten nicht unterstützt – aber eben auch den Auftrag nicht bekommen. Wenn ich in so einer Situation bei meinen Werten bleibe, ist es kein Wunschwert, sondern ein Istwert.

Arbeiten mit dem Pull-Prinzip

Inzwischen habe ich beim Thema Erfolg das Push-Prinzip durch das Pull-Prinzip abgelöst. Statt den Erfolg zu „pushen“, ziehe ich ihn an – und zwar, indem das Geben an erster Stelle steht. Ich versuche, anderen Menschen zu dienen und ihnen Ideen und Wissen weiterzugeben. Damit verbinde ich gar nicht gleich die Erwartung einer Gegenleistung. Wenn ich Menschen erkennbar geholfen habe, ist das schonmal ein gutes Gefühl. Oft entsteht gerade deshalb mehr daraus, eine gelungene Zusammenarbeit, Win-Win. Das ist viel entspannter als die verzweifelte Jagd auf den nächsten Vertragsabschluss.

Wer auf der Erfolgsspur unterwegs sein möchte, sollte sich dringend über seine wirklichen Ziele klar werden. Um unser inneres Navi nutzen zu können, müssen wir eine Eingabe formulieren. Ein blinder Fleck in unserem Leben kann sein, dass wir unsere tiefsten Ziele nicht genau kennen.

Als Spurwechselassistent möchte ich Ihnen Mut machen, mehr mit der richtigen Zieleingabe zu erreichen.

 

Ihnen einen gelassenen Erfolg! wünscht Markus Buschmann

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