Eine „Abwrackprämie“ für alte Gewohnheiten

Es ist schon wieder zehn Jahre her, dass in Deutschland eine Abwrackprämie eingeführt wurde. Wer seinen alten Wagen verschrottete, bekam für ein neues Fahrzeug eine stattliche staatliche Prämie von 2.500 Euro. Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine Prämie dafür, dass sie eine alte Gewohnheit abgeben und sich dafür eine neue Gewohnheit aneignen. Bares Geld, das Sie reicher macht. Interessante Idee?

Genau genommen ist das gar kein Gedankenexperiment, sondern Realität. Wenn Sie Altes loslassen und dafür etwas Besseres einsetzen, wird Sie das reicher machen – wahrscheinlich sogar finanziell.

Gewohnheiten gegenüberstellen

Stellen wir doch einfach einmal 5 alte und 5 neue Gewohnheiten gegenüber:

#1 Bequem sein:

Das Resultat einer alten Gewohnheit: Ich fühle mich träge und müde.

Das Resultat einer neuen Gewohnheit: Ich bin fit und fühle mich leistungsfähig

#2 Wegsehen:

Das Resultat einer alten Gewohnheit: Mitarbeiter kündigen und verlassen immer mal wieder meine Abteilung

Das Resultat einer neuen Gewohnheit: Unsere Mitarbeiter sind stolz darauf, in unserem Unternehmen zu arbeiten

#3 Es allen recht machen wollen:

Das Resultat einer alten Gewohnheit: Ich bekomme das alles nicht unter einen Hut – Familie, Unternehmen, Freunde. Alles zu viel.

Das Resultat einer neuen Gewohnheit: Ich habe einen Plan, wie ich meinen Tagesablauf manage.

#4 Es laufen lassen:

Das Resultat einer alten Gewohnheit: Die Projekte laufen regelmäßig aus dem Ruder

Das Resultat einer neuen Gewohnheit: Meine Projekte bleiben in den geplanten Ressourcen im Limit

#5 Einbahnstraße:

Das Resultat einer alten Gewohnheit: Ich denke und lebe in einer Dimension.

Das Resultat einer neuen Gewohnheit: Ich bewege mich in mehreren Dimensionen und verspüre mehr Lebensfreude.

Mein Tipp dazu: Ein paar dieser Dimensionen können sein: Selbstverantwortung, Soziale Verantwortung, Soziale Kompetenz, Managementkompetenz, Identität. Wenn Sie dazu weitere Inspiration suchen, empfehle ich Ihnen das fantastische Buch „Wertvoll und wirksam führen“ von Paul Ch. Donders und Johannes Hüger.

Ein Tipp für gelingende Veränderung

Und nun fragen Sie: Wie schaffe ich das? Die alten Gewohnheiten sind doch so angenehm gewohnt, die neuen Gewohnheiten so unangenehm ungewohnt. Darauf kann ich nur mit einem ebenso banalen wie wahren Satz antworten: Wenn Sie etwas ändern wollen, müssen Sie etwas ändern!

Gewohnheitsänderungen sind manchmal anstrengend. Deshalb gebe ich Ihnen einen entscheidenden Tipp: Gehen Sie es in kleinen Schritten an. Klein, aber konsequent! Am Anfang steht natürlich, dass Sie eine Entscheidung fällen, und das kann manchmal eine recht große Entscheidung sein. Suchen Sie vorab das Gespräch mit jemanden, der eine ähnliche Entscheidung schon einmal getroffen hat. Jemanden, dem Sie vertrauen können und der Ihnen nicht nach dem Munde redet.

Das Geheimnis der kleinen Schritte

Und dann tun Sie es! Legen Sie kleine, gehbare Schritte fest, und setzen Sie sie konsequent um. Ein Beispiel: Sie haben erkannt, dass Ihre Organisation zu vieles macht, vielleicht auch zu viele Standorte hat. Ein echtes Kerngeschäft gibt es nicht mehr, das Portfolio zerfleddert. Schärfen Sie Ihre Konturen neu.

Konkret heißt das, sich Schritt für Schritt von den Bereichen zu trennen, die vom Kern am weitesten entfernt sind. Dafür müssen die zentralen Umsatzbereiche natürlich umso profitabler werden. Am Ende dieses Prozesses steht eine profilierte Marke mit Alleinstellungsmerkmalen, die Kunden magnetisch anziehen. Vielleicht verdienen Sie am Ende nicht mehr – aber dafür führen Sie ein viel entspannteres, fokussiertes Leben.

Fürchten sollten Sie eine gewisse Betriebsblindheit, unter der jeder von uns leidet. Dafür biete ich meine Dienstleistung als Berater und Coach an. Der Blick von außen hilft Ihnen, gefährliche alte Gewohnheiten zu entlarven und gesunde neue Gewohnheiten zu entwickeln.

Ein angenehmeres Leben

Wenn man überkritisch analysiert, was eine Abwrackprämie eigentlich bringt, könnte man sagen: Zunächst gar nichts. Ich habe vorher ein Auto gefahren und fahre hinterher auch ein Auto. Nur ist dieses andere Auto neu, insofern von besserer Qualität und weniger reparaturanfällig, und es hat einen höheren Verkaufswert. Sie führen mit dem neuen Auto also ein angenehmeres Leben. Dafür hat sich der Fahrzeugwechsel gelohnt.

So ist das auch mit Ihren Gewohnheiten. Denken Sie daran: Die Abwrackprämie ist bei Ihrem Wechsel von einer alten zu einer besseren Gewohnheit bereits eingebaut.

Ihnen mehr Erfolg! wünscht Ihr Spurwechsel-Assistent Markus Buschmann