Als Business Coach und Sparringspartner sind wir ganz nah an den Mitarbeiter*innen vieler Unternehmen dran. In offiziellen Mitarbeitergesprächen, aber auch in inoffiziellen Unterhaltungen beim Kaffeetrinken oder auf dem Flur besprechen wir mit ihnen ihre alltäglichen Probleme, Sorgen und Nöte. Deswegen haben wir diesen Artikel aus der Sicht von Mitarbeiter*innen geschrieben. Er ist ein Plädoyer dafür, wie sich ein Team einen Chef vorstellt.

Also lieber Boss, liebe Führungskraft. Lass die Wünsche Deines Teams auf Dich wirken und beherzige sie in Zukunft. Und vergiss nicht:

„Gute Chefs fallen nicht vom Himmel – sie arbeiten jeden Tag an sich!“ Markus Buschmann

Warum wir alle einen Chef wollen

Obwohl Hierarchien in vielen Unternehmen abgebaut werden und die Arbeit in gleichberechtigten Teams immer stärkere Verbreitung findet, sehnen sich die meisten Mitarbeiter immer noch nach einem echten Chef. Doch was macht einen Chef eigentlich aus und welche Eigenschaften bringt er mit? Der nachfolgende Beitrag hat die Antwort auf die Frage, warum wir allen einen Boss wollen.

1 Wir wollen keinen Kumpel über uns

Viele Chefs tappen in die sogenannte „Kumpelfalle“. Um ein möglichst harmonisches Miteinander in ihrem Team zu schaffen, bemühen sie sich, mit allen Mitarbeitern ein freundschaftliches Verhältnis zu pflegen. Doch Mitarbeiter erwarten sich in der Regel von einem Vorgesetzten gar kein Freundschaftsverhältnis. Ein Kumpel-Verhältnis zwischen Boss und Mitarbeitern verkompliziert die Führung eines Teams unnötig. Häufig steht es im Widerspruch zu einer sachlichen und entschiedenen Führungskultur. Ein Buddy-Verhältnis von Vorgesetztem und Mitarbeiter verhindert nicht selten einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander.

2 Wir wollen eine Führungsfigur

Ein guter Vorgesetzter ist immer eine Führungsfigur. Kein Mitarbeiter erwartet von seinem Vorgesetzten, dass er Superman ist. Aber Mitarbeiter dürfen erwarten, dass er ihnen Führung gibt. Das geht nur, wenn der Vorgesetzte Führungsqualitäten besitzt. Die Liste der Qualitäten, die eine Führungsfigur besitzen sollte, ist lange. An allererster Stelle steht jedoch, dass die Führungskraft ein Vorbild sein sollte. Das bedeutet, dass eine Führungsfigur nur Dinge von ihren Mitarbeitern verlangt, die sie auch bereit ist, selbst zu leisten. Darüber hinaus ist eine Führungsfigur immer eine Mischung aus Navigator, Mentor und Sparringspartner. In der Rolle als Navigator muss eine Führungskraft ihren Mitarbeitern erklären können, wohin die Reise geht und warum. Als Mentor gibt die Führungskraft ihren Mitarbeitern Ratschläge und vermittelt Wissen. Und als Sparringspartner setzt sich eine Führungskraft mit ihren Mitarbeitern auseinander, hört ihnen zu und fühlt sich in sie ein.

3 Wir wollen wertgeschätzt werden

Mitarbeiter sehnen sich nach Anerkennung. Wer gute Leistungen zeigt, will dafür auch honoriert werden. Gute Vorgesetzte machen sich das zunutze und loben ihre Mitarbeiter regelmäßig. Schließlich ist wissenschaftlich erwiesen, dass Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen, motivierter sind und sich höhere Ziele stecken. Zur Wertschätzung von Mitarbeitern gehört auch, dass die Führungskraft deutlich macht, wem Erfolge tatsächlich zu verdanken sind. Bosse, die die Lorbeeren immer für sich selbst einheimsen, werden ihrerseits keine Wertschätzung von ihren Untergebenen erfahren. Wertschätzung ist zudem in jeder Organisation die Grundlage für Fairness. Nur wenn alle Mitarbeiter sich in ihrer Arbeit wertgeschätzt fühlen, kann einer fairer Umgang untereinander entstehen.

4 Wir wollen jemanden, an dem wir uns orientieren können

Führungskräfte müssen ihren Mitarbeitern Orientierung geben und Halt bieten. Sie müssen sozusagen der Fels in der Brandung für ihre Untergebenen sein. Und das noch dazu in Zeiten, in denen sich die Positionierung und die Strategie von Unternehmen so schnell verändert wie nie zuvor. Wenn eine Führungskraft nicht in der Lage ist, den Kurs vorzugeben, wird sein Team ohne Kompass ziellos umherirren. Zudem sollte eine Führungskraft fähig sein, ihren Mitarbeitern zu erklären, warum sie einen bestimmten Kurs eingeschlagen hat.

5 Wir wollen jemanden, der unsere Werte lebt

Eine Führungskraft sollte Vorbildfunktion haben. Besonders in Unternehmen, in denen bestimmte Werte hochgehalten werden, müssen Führungskräfte diese Werte auch leben. Ein Auseinanderklaffen von Werten und Führungsverhalten kommt bei Mitarbeitern nie gut an. Ein Boss, der gewisse Werte lebt, kann auch seine Untergebenen dazu animieren, diese zu leben. Führungskräfte, die mit gutem Beispiel vorangehen, merken meist schnell, dass ihnen die Mannschaft gerne dabei folgt.

6 Wir wollen, dass uns jemand fördert

Ein guter Boss weiß genau, wozu seine Mitarbeiter fähig sind und an welchen Stellen es Verbesserungsbedarf gibt. Um diesen Verbesserungsbedarf konkret zu adressieren und das Beste aus seiner Mannschaft zu holen, fördert er gezielt seine Mitarbeiter. Sei also ein Coach für Deine Mitarbeiter. Die Förderung von Mitarbeitern ist idealerweise ein permanenter Prozess, der durch zwischenzeitliche Leistungsbeurteilungen begleitet wird. Vor allem bei neuen Mitarbeitern stellt die Förderung einen ganz wesentlichen Punkt dar. Gute Führungskräfte kümmern sich aktiv um den Onboarding-Prozess neuer Mitarbeiter und fördern sie bereits in den ersten Wochen nach der Einstellung. Mit kaum einer anderen Maßnahme gewinnt ein Boss die Mitarbeiter so schnell für sich und das Unternehmen wie mit Fördermaßnahmen.

7 Wir wollen, dass uns jemand fordert

Unterforderung ist einer der häufigsten Resignations- und Kündigungsgründe von Mitarbeitern. Eine gute Führungskraft erkennt sofort, dass Mitarbeiter mit ihren Tätigkeiten unterfordert sind und handelt entsprechend. Ein guter Boss sucht zudem aktiv den Austausch mit seinen Mitarbeitern, um herauszufinden, wo sie der Schuh drückt und wie er ihnen helfen kann, besser und produktiver zu werden. Er weiß, dass sein Team mit seinen Herausforderungen wächst und passt die Herausforderungen jederzeit an die Leistungsfähigkeit seiner Mannschaft an.

8 Wir wollen einen Entscheider

Eine gute Führungskraft entscheidet Dinge. Mitarbeiter erwarten von ihren Vorgesetzten, dass sie Entscheidungen treffen. Entscheidungsschwäche wird von fast allen Menschen mit Führungsschwäche gleichgesetzt. Dementsprechend sollte eine Führungsfigur niemals entscheidungsschwach sein. Ein guter Entscheider erklärt seinen Mitarbeitern seine Entscheidungen. Er informiert sie über die Hinter- und Beweggründe, die ihn dazu gebracht haben, eine bestimmte Entscheidung zu treffen. Einsame Entscheider sind in der modernen Team-Arbeitswelt nicht mehr gefragt. Bosse, die ihre Entscheidungen mit ihrem Team besprechen, machen die Erfahrung, dass ihre Mitarbeiter diese wesentlich eher mittragen und umsetzen.

9 Wir wollen jemanden, auf den wir uns verlassen können

Auf einen guten Boss ist immer Verlass. Ein guter Vorgesetzter ist für seine Untergebenen da, unterstützt sie mit all seinen Möglichkeiten und stellt sich schützend vor sie. Mitarbeiter, die nicht das Gefühl haben, dass der Boss hinter ihnen steht, werden in der Regel vorsichtig und damit unproduktiv. Im schlimmsten Fall kann es zu Illoyalität im Team führen. Auch bei Streitigkeiten im Team sollte die Führungskraft immer schlichtend eingreifen und sich schützend vor einzelne Mitarbeiter stellen. Dies kann ebenso im Verhältnis nach außen erforderlich sein. Wenn sich beispielsweise ein Kunde über einen Mitarbeiter beschwert, sollte der Boss seinen Kollegen in Schutz nehmen.

10 Wir wollen, dass uns jemand vertraut

Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundeigenschaften einer funktionierenden Chef-Mitarbeiter-Beziehung. Eine Führungskraft, die ihren Mitarbeitern vertraut, schafft nicht nur die Basis für gute Leistungen, sondern bereitet auch den Boden für eine gute Teamatmosphäre. Mitarbeiter, die wissen, dass ihr Vorgesetzter Vertrauen in sie hat, erbringen generell bessere Arbeitsleistungen als Mitarbeiter, denen der Boss bei jedem Arbeitsschritt über die Schulter schaut. Vertrauen ist die Grundlage für eigenverantwortliches und kreatives Arbeiten. Führungskräfte, die ihren Untergebenen nicht vertrauen können, müssen sich fragen, ob ihr Team die richtigen Qualifikationen besitzt, um die ihm übertragenen Aufgaben auch leisten zu können.

Sei mutig – Sei erfolgreich!

Deine Spurwechselassistenten Markus & Gerald

Online Coaching
Published On: Dezember 10, 2020 / Kategorien: Business Coaching / Schlagwörter: , , , , , /

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