Unternehmensgewinne steigern

Markus Buschmann

Unternehmensgewinne steigern
  1. Die wichtigste Kennzahl |
  2. Gedanken zu Deinem Geschäftsmodell |
  3. 10 Tipps um Unternehmensgewinne zu steigern |
  4. Reserven bilden |

Update: 19.06.2021

Deine Unternehmensgewinne steigern

Zahlen sind kalt. Die meisten Unternehmer lieben den Umgang mit Menschen, aber sie haben überraschend häufig einen distanzierten Umgang mit Zahlen. Wie ich darauf komme? Nun, schauen Sie sich diese Auswertung des Statistischen Bundesamts an: 68 Prozent aller insolventen Firmen haben eine Umsatzrendite, die unter einem Prozent liegt. Die Umsatzrendite – was war das nochmal?

Umsatzrendite – was war das nochmal? Zum Nachrechnen: Das ist der Gewinn vor Steuern geteilt durch den Umsatz.

Die wichtigste Kennzahl

Das schreibe ich Dir heute, weil die Umsatzrendite DAS Thema für Unternehmer ist. Insbesondere für die kleinen und mittleren (KMU’s). Diese Leute, die ich sehr mag und deren Leidenschaft für ihre tägliche Arbeit mich begeistert, sind an diesem Punkt leider häufig betriebsblind. Deshalb die harte Botschaft: Kaum eine Kennzahl zeigt genauer als die Umsatzrendite, ob Dein Geschäftsmodell noch funktioniert.

Und jetzt noch härter: Eine gesunde Umsatzrendite sollte bei mindestens 5 Prozent liegen, nachdem der Unternehmerlohn abgezogen wurde. Das ist die Untergrenze! Die durchschnittliche Umsatzrendite im deutschen Mittelstand betrug im Jahr 2018 genau 7,4 Prozent. Quelle Statista.

Unternehmensgewinn steigern: Mut zur Preiserhöhung

Hand aufs Herz: Kennst Du präzise Deine Umsatzrendite? Hast Du ein Alarmsystem, wenn der Wert unter 5 Prozent fällt?  Ich erlebe es oft in meiner Beratung, dass sich der Inhaber über diese Kennzahl keine Gedanken macht. Leider. Obwohl es eine der Managementaufgaben für Unternehmer ist.

Die Lohnkosten steigen jährlich. Die Materialpreise steigen. Doch bin ich als Unternehmer in der Lage, meine Preise entsprechend anzupassen? Habe ich den Mut, meinen Kunden Erhöhungen regelmäßig zuzumuten? Ist für mein Geschäftsmodell (noch) ein Markt vorhanden?

Bei vielen läuft es anders. Sie sind glücklich, dass ihnen die Kunden treu bleiben. Und Sie haben Spaß daran, mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu begeistern und im Geschäft zu sein. Weiterhin machen sie gute Umsätze und merken dabei nicht, wie die Rendite von Jahr zu Jahr schrumpft. Bis sie eines Tages ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können …

Trügerisches Bauchgefühl

Wenn ich eine gesunde Umsatzrendite erreichen möchte, muss ich mir Gedanken um mein Geschäftsmodell machen. Das geht nicht von Jetzt auf Nachher. Ein kluger Unternehmer macht das zum Teil seiner Firmenstrategie – und aktualisiert den Wert regelmäßig.

Jedes Jahr 0,5 Prozent mehr Umsatzrendite – das wäre schon genial. Ein absolut erreichbares Ziel, das Deine Kreativität beflügelt. Dich beharrlich an Deinem Businessmodell arbeiten lässt. Genau das ist Deine Aufgabe als Unternehmer!

Mein Tipp als Unternehmercoach: Hör nicht auf Dein Bauchgefühl. Entscheidend sind das ZDF – Zahlen, Daten, Fakten. Sonst spazierst Du am Ende nach einigen fröhlichen Jahren frustriert zum Insolvenzverwalter.

10  Tipps um Unternehmensgewinne zu steigern

  1. Beleuchte Deine Kundenstruktur. Welche Branche oder Kundensegmente sind besonders lukrativ?
  2. Beleuchte Deine Produkte und Dienstleistungen. Welcher davon sind besonders lukrativ?
  3. Analysiere Dein Produktspektrum.
  4. Schau dabei nicht nur auf den Deckungsbeitrag. Sei immer ehrlich zu sich selbst. Immer!
  5. Welche Deiner Kunden / Produkte / Dienstleistungen benötigen überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit und Ressourcen in Deinem Unternehmen, ohne dass es den erforderlichen Gewinn bringt?
  6. Überlege Dir eine  Strategie: Neue Kunden gewinnen.
  7. Führe Deine Mitarbeiter
  8. Verzichte auf kurzfristige Erfolge zugunsten von langfristigen Erträgen.
  9. Investiere in Deine Führungskräfte und Mitarbeiter.
  10. Suche Dir einen Business Coach.

All diese Themen kannst Du in Deine Jahresplanung übernehmen.

Übrigens: Alles braucht seine Zeit. Wenn Du neue Kennwerte und Prozesse in Dein Unternehmen einführst oder veränderst, kann es schon mal 2 -3 Jahre dauern bis die Wirkung vollends greift.

Fröhlich in die Pleite?

Nochmal: Ein gutes Gefühl ist zwar angenehm, aber manchmal auch trügerisch. Mache nicht den Fehler und schaue nur auf den absoluten Ertrag. „Reicht schon“, denkst Du, „es kommt ja noch etwas dabei raus“. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie viele Firmen mit genau dieser Einstellung pleitegegangen sind.

Der Hammer Tipp vom Spurwechselassistenten

Das heißt in der Konsequenz aber auch, dass Du weise sein solltest. Trenne Dich von allem, was nicht zu einer gesunden Umsatzrendite beiträgt. Fokussieren Dich.

Scheiden tut manchmal weh. Sich von alten Kunden und langjährigen Produkten zu trennen, das wollen die wenigsten. Die Menschen sind Dir doch ans Herz gewachsen, mit einigen duzt Du Dich – da wäre ein Cut brutal. Mache Dir bewusst, dass Du an manchen Kunden nichts verdienst, sondern auch noch draufzahlst. Menschlich ist das nett, betriebswirtschaftlich eine Katastrophe!

Die Umsatzrendite als Freundin

Du brauchst Profite. In anderen Worten: Zahlen können Dein (Geschäfts-)Leben retten. Schliesse Freundschaft mit der Umsatzrendite, dann steigerst Du automatisch die Unternehmensgewinne. Und Du hast eine grossartige Zukunft vor Dir.

Reserven bilden

In die Reserve versus aus der Reserve

Hallo? Fehler in der Überschrift? Heißt es nicht „aus der Reserve kommen“? Tatsächlich meine ich es hier umgekehrt: Welchen Stellenwert messen wir den Stichworten Sparen, Rücklagen bilden, Reserven bilden zu?

Gerade Start-ups kennen das Wort Reserve nicht, und auch viele Kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) fremdeln damit. Sie lassen sich so auffressen von den täglichen Herausforderungen, dass ihnen der finanzielle Masterplan aus den Augen gerät (wenn sie überhaupt einen haben).

In meiner Beratung begegnet mir das erstaunlich oft. Die Verantwortlichen können wundervoll mit Excel-Tabellen jonglieren – aber was die Zahlenflüsse für ihre Zukunft in Sachen Geld bedeuten, schlägt sich im unternehmerischen Handeln nicht nieder.

Nach mir die Sintflut?

Nennen wir das Kind beim Namen: Viele verfahren bewusst oder unbewusst nach dem Motto „Nach mir die Sintflut“. Das Problem dabei ist: Keiner weiß, wann diese „Sintflut“ kommt. Ist das Ende erst beim Eintritt in die Rente, erst bei meinem Tod? Oder dazwischen oder gar schon in den nächsten Monaten?

Wir sehen, dass derzeit viele Absicherungssysteme bröckeln. Die Demografie führt dazu, dass wir immer länger arbeiten müssen, wenn wir das Rentenniveau auch nur einigermaßen halten wollen. Geldanlagen sind volatil geworden – es ist gar nicht mehr so einfach, Geld verlässlich für sich arbeiten zu lassen.

Und manchmal sind die Probleme auch eine Nummer kleiner. Privat kann einen der unumgängliche Zahnersatz plötzlich eine unfassliche Rechnung bescheren, für die keine Rücklagen da sind. Im Unternehmen ist es vielleicht eine überraschende Investition, ohne die man nicht sinnvoll und erfolgreich weiterarbeiten kann.

Rücklagen bilden: das Geheimnis des Sparplans

Fakt ist: Die mir so sympathischen Start-ups und KMUs haben bei diesem Thema häufig einen blind Spot. Sie denken zu wenig an das, was später kommt. Sie denken an die Zinsen für ihre Firmenkredite, an die Gehaltszahlungen am Monatsende für die Mitarbeiter, an den ersehnten Kauf einer neuen Maschine oder die kostenintensive Einstellung eines weiteren Vertrieblers. Aber daran, in einem halben Jahr oder Jahr höhere Reserven als heute zu haben – daran denken sie nicht.

Wie können wir davon wegkommen, ständig auf Kante zu leben? Wie schaffen wir es, dass unser Konto schwarz bleibt und nicht immer wieder nach rot ausschlägt? Es ist gar nicht so schwierig. Wir schaffen es mit einem Sparplan.

Reserven am Monatsanfang erhöhen

Was meine ich damit? Das regelmäßige Zurücklegen von Geld muss fester Bestandteil unseres privaten wie unternehmerischen Handelns werden. Wir entscheiden am Monatsanfang, wie viel Geld in die Rücklagen fließen – und nicht am Ende, falls mal etwas übrig bleibt. Wir kalkulieren heute schon ein, dass wir in den nächsten vier Wochen weniger freie Mittel zum Investieren haben, weil ein kleiner Teil in die Reserve geht.

Eine wichtige Ergänzung: Mir geht es nicht darum, dem Mammon zu dienen. Geld ist selbstverständlich nicht alles im Leben, es gibt viel Wichtigeres. Ich sehe es ähnlich wie die Unternehmerfamilie Pilz-Kunschert (Ostfildern), die brillante Sicherheitstechnik herstellt. Bei SWR-1-Leute haben Mutter und Tochter faszinierend über ihren Glauben an Gott und die Prioritäten im Wirtschaftsleben gesprochen.

Wenig ist besser als nichts

Es muss übrigens gar nicht viel sein, was regelmäßig in die Reserve fließt. Bevor Du gar nichts machst, unterschreibe lieber einen Dauerauftrag von 500 Euro im Monat, den Du anlegst. Das wirkt! Du musst dazu kein Börsenprofi sein.

Der Spurwechsel Tipp: Ein Rechenbeispiel um Rücklagen zu bilden

  • Monatliche Sparbetrag = 500 €
  • Zins = 2,5 %
  • Betrag nach 15 Jahren = knapp 110.000 €
  • Betrag nach 20 Jahren = über 150.000 €

Wie man das Geld dann anlegt – ob in Aktienfonds, Edelmetallen, Immobilienanteilen oder sonst wo – ist eine andere Frage. Aber ein paar Prozent Zinsen sind auch heute noch drin, wenn man sich auf dem Markt ein bisschen umschaut.

„Aus der Reserve kommen.“

Disziplin und Ausdauer werden jedenfalls fast immer am Ende belohnt – sei es beim Kampf um Kunden, sei es beim Bilden von Reserven. Gerne gehe ich mit Dir Deine Zahlen durch und helfe Dir als Coach, einen wirksamen Sparplan aufzustellen, der Dir möglicherweise in einer Notsituation Deine Existenz retten kann.

Der Black Swan Effekt

Das gilt übrigens auch für junge Führungskräfte. Du bist happy, wenn Du in 15 oder 20 Jahren satte Rücklagen gebildet hast. Cash zählt oft, aber ganz besonders in Krisensituationen. Und schwarze Schwäne gibt es halt doch immer mal wieder. Der Black Swan Effekt ist sehr unwahrscheinlich. Aber wenn er kommt, hat er enorme Auswirkungen. Deswegen solltest auch Du eine Risikoanalyse für Dein privates Vermögen erstellen.

Fazit von Gerald Umnig: Nur wer Reserven hat, kann auch „aus der Reserve kommen“.

Sei mutig – sei erfolgreich!

Deine Spurwechselassistenten

Markus & Gerald

Published On: Mai 22, 2020 / Kategorien: Business Coaching /